Die großen Poliomyelitisepedemien der 50er Jahre in Nordamerika und Nordeuropa führten zur Einrichtung erster Beatmungszentren, aus der Not geboren.
Die dabei überwiegend eingesetzten Respiratoren waren Negativdruckgeräte nach dem Funktionsprinzip der "Eisernen Lungen".
Es folgte eine rasche Entwicklung der Positivdruck-Beatmungsmedizin, die - zusammen mit den modernen Narkoseverfahren - die Grundlage für die heutigen Operationsmöglichkeiten darstellt. Damit wurde die Beatmungsmedizin hauptsächlich von Anästhesisten betrieben, die Technik der Beatmungszugänge, neue Beatmungsverfahren - wie augmentierende Beatmung oder BIPAP-Beatmung - Analgosedierung und Oxygenierungsfragen wurden bestimmend für die Entwicklung der folgenden Jahre.
Parallel zur Entwicklung der Schlafmedizin in den 70er Jahren, die - unter technischen Gesichtspunkten betrachtet - Anstöße zur Entwicklung kleiner und einfach aufgebauter Beatmungsgeräte gab, trat in den Folgejahren die Erforschung des Systems der Atempumpe (Atemzentrum, neurale Weiterleitung des Atemimpulses, Atemmuskulatur, knöcherner Thorax, zentrale und periphere Atemwege) in das Zentrum des wissenschaftlichen Interesses.
Große Fallbeschreibungen und konrolliert-randomiserte Studien haben seit den 80er Jahren gezeigt, dass nichtinvasive Beatmungszugänge und entsprechende Beatmungsverfahren überlegen sein können. Der PaCO2-Wert und die Mundverschlussdrucke als Hinweis auf die Belastungssituation der Atemmuskulatur wurden zu den Kenngrößen dieser neuen Beatmungstechnik. Durch die Nichtinvasive Maskenbeatmung (NIMB) (Synonym: Intermittierende Selbstbeatmung (ISB) bzw. die Heimbeatmung) wurde die Beatmung zu einem Therapieprinzip, das verschiedenste Disziplinen ansprach und unter dem neuen Gedanken vereinte.
1992 entstand die Arbeitsgruppe "Heim- und Langzeitbeatmung" als ein interdisziplinärer Arbeitszusammenhang, in dem für den deutschsprachigen Raum die Forschung an der nichtinvasiven Beatmung weiterentwickelt und betrieben wurde. In der Arbeitsgruppe trafen Betroffene, Pflegende, Medizintechnikfirmen und Ärzte verschiedener Disziplinen zusammen. Seit 1992 wird ein jährlicher Kongress als Jahrestagung durchgeführt.
1997 wurde aus dieser Arbeitsgruppe der Verein "Arbeitsgemeinschaft für Respiratorentwöhnung und Heimbeatmung e. V." gegründet.
Die Ziele der Arbeitsgemeinschaft sind:
- Wissenschaftliche Forschung hinsichtlich der Ursachen und Methoden, um akut oder chronisch respiratorisch insuffiziente Patienten von der Langzeitbeatmung zu entwöhnen.
- Wissenschaftliche Erforschung der Grundlagen und Methoden der intermittierenden (Selbst-)Beatmung, bzw. zuhause durchgeführt, der Heimbeatmung.
- Ausbildung von Ärzten, medizinischem Personal und Pflegepersonal in Indikationsstellung, technischer und medizinischer Durchführung der intermittierenden, nichtinvasiven Beatmung und Erfolgs- sowie Verlaufskontrollen.
- Durchführung eines jährlichen wissenschaftlichen Kongresses; Organisation und Veranstaltung von Symposien und Fortbildungsveranstaltungen; Herausgabe von Publikationen.
- Zusammenarbeit mit Industrie, Medizintechnik und Handel.
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